Berge mit dem Sonnenaufgang

Vera Lossau & Lilla Von Puttkamer BEI PIZPALÜ

ALTOPIANO - NOTHING ON THE TOP

Eröffnung 20.03.2026, 18 - 22 Uhr

Ausstellungsdauer 20.03.2026 - 24.05.2026

Die Ausstellung findet statt bei:

Plan Up Kooperative
Ackerstraße 124, 
40233 Düsseldorf

Werke und Ausstellungsthema

Im Schaufenster fallen zunächst die gemalten Berge auf, überlagert von einem roten Neonhalbkreis, codiert als „SOS“. Die Ausstellung ALTOPIANO – Nothing on the Top richtet den Blick auf einen Zustand nach dem Aufstieg: Erschöpfung, Stillstand und neue Perspektiven. Vera Lossau und Lilla von Puttkamer hinterfragen in der Verschränkung ihrer Positionen die Bildsprache des alpinen Aufstiegs. Sie verschieben Überhöhung, Leistungsnarrativ und Monumentalität in Fragment, Leere und Unterbrechung. Das titelgebende Altopiano – die Hochebene – erscheint dabei als mögliche Alternative zur Bergspitze.

Im Raum stehen drei überdimensionierte, polierte Bronzeskulpturen in Form teilweise perforierter Phalli. Sie zitieren monumentale Dauer und unterlaufen sie zugleich. Durch ihre Öffnungen und subtile Asymmetrien werden patriarchal codierte Symbole der Macht sichtbar, ohne bestätigt zu werden. Der Gipfel – traditionell Zeichen von Sieg und Erhöhung – bleibt unerreicht.

In Malerei, Installation und Licht verdichtet sich diese Perspektive zu einer Landschaft zwischen Kulisse und Abgrund. Der Sturz aus dem Film „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ erscheint als fragmentierte Bewegung in einer Dauerschleife. Die dramatische Steigerung des Moments wird dadurch entleert.

Käferskulpturen, auf dem Rücken liegend, und ein Paar Bergschuhe Lilla von Puttkamers aus Keramik verschieben die alpine Symbolik ins Statische und Verletzliche. Auch in Vera Lossaus Collagen wird der Maßstab instabil: Berglandschaften treffen auf Insekten oder Körperfragmente. 

So entsteht eine postheroische Landschaft. Aufstieg, Signal und Körper erscheinen fragmentiert oder blockiert. Die Ausstellung entfaltet eine feministische Perspektive durch die präzise Dekonstruktion männlich codierter Symbole. Raum, Material und Inszenierung werden dabei von den beiden Künstlerinnen gemeinsam orchestriert. 

Das Altopiano verweist schließlich weniger auf den Gipfel als auf ein Innehalten. Höhe bedeutet hier nicht Überhöhung, sondern Überblick – ein Blick zurück und nach vorn. Das Bergmassiv erscheint nicht als ewiges Monument, sondern als fragiles Gefüge aus Geröll, Eis und Licht. Am Ende steht kein triumphales Oben, sondern die Erkenntnis von Brüchigkeit und Übergang.

Über die Künstler

Vera Lossau wurde 1976 in Haan geboren. Sie studierte zunächst am Chelsea College of Art & Design in London und anschließend Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rita McBride, wo sie ihr Studium als Meisterschülerin von Magdalena Jetelová abschloss. Sie ist bekannt für Skulpturen, Collagen und Lichtobjekte, in denen Alltagsgegenstände und Symbole miteinander kombiniert werden.

Ihre Werke wurden im In- und Ausland präsentiert, unter anderem im Haus der Kunst München, im Museo Aveiro (Portugal), im Museum Mühlheim, im Kunsthaus Hamburg, im Kunstverein Linz, im Alfred Institute Tel Aviv, auf der Raketenstation Hombroich, im Museum Kunstpalast Düsseldorf, im Märkischen Museum Witten, im Museum in Ratingen, im Kunsthaus NRW Kornelimünster, im Kunstmuseum Bochum sowie im Künstlerverein Malkasten Düsseldorf.

Lossau erhielt mehrere Stipendien und Preise und ist in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter die Daimler Chrysler Collection, die Josef und Hilde Wilberz-Stiftung, die SØR Rusche Collection, die Sammlung Museum Kunstpalast, die Sammlung des Museo Aveiro, die Sammlung Philara sowie die Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen (Kunsthaus NRW Kornelimünster).

Seit 2019 ist sie Professorin für Skulptur und Raum an der Detmolder Schule für Gestaltung. 

Lilla von Puttkamer wurde 1973 in Düsseldorf geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Nach einem Architekturstudium an der Akademie für angewandte Kunst in Budapest studierte sie Freie Kunst an der Kunstakademie Münster. Ihr Werk bewegt sich zwischen Malerei, Zeichnung und Keramik; sie ist bekannt dafür, ihre Arbeiten raumgreifend zu inszenieren und häufig mit performativen Elementen zu verknüpfen.

Sie zeigte ihre Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem in der National Art Gallery of Namibia, in der Hegyvidéki Galéria Budapest, in den Kunstsammlungen Limburg, im Liszt Institute Helsinki, im Goethe-Zentrum Phnom Penh sowie im Museum KAI 10 | Arthena Foundation Düsseldorf.

Von Puttkamer erhielt verschiedene Stipendien und Preise, die sie unter anderem nach Kambodscha, Ungarn, Rumänien und in die Schweiz führten. Gemeinsam mit Vera Lossau veröffentlichte sie das „BONG BONG Cookbook“ über die kambodschanische Küche.

Wer tiefer in die Welt von Vera Lossau und Lilla von Puttkamer eintauchen und die aktuellen Arbeiten hinter dem Schaufenster entdecken möchte, ist herzlich eingeladen, einen Termin zu vereinbaren.

Ich freue mich über Ihre Nachricht oder Ihren Anruf:
j.burch [at] tigerundburch.de (j[dot]burch[at]tigerundburch[dot]de)
Instagram: pizpalue_projects
+49 172 3805228

 

Wir heißen Sie herzlich bei PizPalü willkommen!

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